Schiffshebewerk Niederfinow
Binnenschifffahrtsmuseum Oderberg
Heimatstube Hohensaaten
Ringofen Altglietzen
Dorfkirche Neutornow
Fontanehaus Schiffmühle
Schöpfwerk Neutornow
Missionshaus Malche Bad Freienwalde
Haus der Naturpflege Bad Freienwalde
Oderlandmuseum Bad Freienwalde
Oderbruch Museum Altranft
Europabrücke Neurüdnitz-Siekierki
Kolonistendorf Neulietzegöricke
Dorfkirche Altwustrow
Ersatzkirche Altwriezen
Alter Hafen Wriezen
Marienkirche Wriezen
Thaer Ausstellung Möglin
Heimatstube Bliesdorf
Chamisso Museum Kunersdorf
Flussgott Viadrus Güstebieser Loose
Heimatstube Neulewin
Lindenallee Neubarnim
Alter Fritz Denkmal Neutrebbin
Heimatstube Langes Haus Altfriedland
Schul- und Bethaus Wuschewier
Kolonistenkirche Sietzing
Schinkels Molkenhaus Bärwinkel
Dorfschule Neuhardenberg
Bockwindmühle Wilhelmsaue
Letschiner Heimatstuben
Jüdischer Friedhof Groß Neuendorf
Kulturhafen Groß Neuendorf
Denkmalensemble Weltkriege Kienitz
Heimatstube Wollup
Spritzenhaus Gusow
Korbmachermuseum Buschdorf
Schul- und Bethaus Altlangsow
Dorfmuseum Friedrichsaue
Simonsche Anlagen am Schweizerhaus Seelow
Filmmuseum Golzow
Kirchenruine Podelzig
Kriegsschauplatz Schloss Klessin
Museum Haus Lebuser Land

Kolonistenkirche Sietzing

Die Kirche wurde im Jahr 2020 grundlegend saniert. Durch regelmäßige Veranstaltungen machen die Dorfbewohner ihre Kirche zum Ort der Begegnung.

Die kleine Fachwerkkirche von Sietzing liegt in der Mitte des Ortes. Die Kirche war lange baufällig, hatte Risse, durch die man nach draußen sehen konnte. Es gründete sich 2015 ein Förderverein, der in nur fünf Jahren Gelder sammelte, um die Kirche 2020 grundlegend zu sanieren und durch regelmäßige Veranstaltungen heute wieder zu einem Ort der Begegnung macht.

Kolonistenkirche Sietzing

Sietzinger Dorfstraße 39
15324 Letschin

Kultur & Gastro

Kolonistenkirche Sietzing

Ein besonderer Ort der Begegnung

Der Ort Sietzing – wenige Kilometer südöstlich der Stadt Wriezen gelegen und heute zur Gemeinde Letschin gehörend – wurde 1756 im Auftrag des Markgrafen Karl Friedrich Albrecht („Carl“) von Brandenburg-Schwedt als Kolonistendorf gegründet. Markgraf Carl hatte von seinem Vater Albrecht Friedrich das Domänengut in Altfriedland geerbt, das aus dem umfangreichen Besitz des nach der Reformation säkularisierten Klosters Friedland hervorgegangen war. Im Bereich des Oderbruches ließ er mehrere neue Dörfer anlegen – darunter das nach ihm selbst benannte Carlsfeld, das später den Namen Sietzing bekam. Ab 1881 verfügte der Ort mit heute etwa 180 Einwohnern sogar über einen eigenen Bahnhof an der Strecke von Wriezen nach Seelow, an dem jedoch seit 1999 keine Züge mehr halten. 

Hier Historische Postkartenansichten/Karten aus Sietzing?

Eine Kirche erhielt Sietzing erst fünf Jahrzehnte nach seiner Gründung. Bis dahin gab es hier nur eine „Stube zum Gottesdienst“. 1803 schließlich bauten sich die Kolonisten ein schlichtes Bethaus in Fachwerkkonstruktion, das wiederum erst 1883 den heute noch vorhandenen Turm erhielt, der ebenfalls aus Fachwerk bestand. Die Innenräume der Kirche sind bis zum heutigen Tage eher schlicht und zweckmäßig gestaltet. Hier befindet sich ein einfacher Kanzelaltar und eine hölzerne Taufe. An der Orgelempore erinnerte eine Gedenktafel an den Staatsminister Heinrich Graf von Itzenplitz (1799 bis 1883), der nach dem Erlöschen der teilsouveränen Markgrafenlinie von Brandenburg-Schwedt als Gutsherr in Kunersdorf auch Patron der Sietzinger Kirche war. Auf anderen Tafeln stehen die Namen der Sietzinger, die in den Kriegen von 1870/71 und 1914-18 gefallen sind. Hinter dem Altar war seit den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts bis zur Renovierung der Kirche eine Winterkirche durch eine Glaswand abgetrennt, in der vierteljährlich ein Gottestdienst stattfand.

Hier vllt. historische Aufnahmen von der Kirche?

Schulterschluss von Förderverein und Kirchengemeinde

Obwohl die Kirche im 2. Weltkrieg erhalten blieb, verkam die Kirche im Laufe der Jahre und durch Feuchtigkeit verursachte Schäden am Turm und am Balkenwerk waren schliesslich nicht mehr zu übersehen. Jedoch fehlten den Sietzingern lange Zeit die nötigen finziellen Mittel zur Umsetzung einer umfassenden Sanierung. Um die Kirchengemeinde bei ihrem Engagement zum Erhalt des Gotteshauses zu unterstützen, gründete sich im Januar 2015 der Freundeskreis “Fachwerkkirche Sietzing e.V.”. Laut Satzung hat sich der Verein zum Ziel gesetzt, die „Erhaltung der Fachwerkkirche Sietzing nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten zu fördern und zu begleiten. Die Kirche soll ein Ort der Begegnung und der Kommunikation in der Region sein“.

Interview mit der Ortsvorsteherin Ines Zochert-Köhn und dem Vereinsmitglied Karl-Heinz Sommerfeld

Freundeskreis Fachwerkkirche Sietzing e.V.

Durch den Einsatz von Verein und der Kirchgemeinde gelang es schließlich, innerhalb des kurzen Zeitraums von nur 5 Jahren die nötigen Fördermittel für die Sanierung zu akquirieren und alle baulichen Maßnahmen umzusetzen. Zur Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes wurden zahlreiche historische Materialien wie Holznägel und -Zapfen verwendet. Das Dach wurde mit neuen Biberschwänzen gedeckt. Der marode, alte Glockenstuhl wurde abgenommen und erneuert und auch die Fenster, das historische Gestühl der Kirche und Böden wurden aufgearbeitet.

Abb. Bilder Baustelle (hier vllt. die tollen Schwarz-Weiss-Fotografien, die du hast, Iris?)

“Die Kirche ist ein Symbol dafür, was Alteingesessene und Zugezogene gemeinsam bewegen können. Für uns ist die Kirche ein Leuchtturm, der ins Dorf, die Region, ins Oderbruch strahlt.”

  • Ines Zochert-Köhn (Ortsvorsteherin Sietzing)

Als Radwegekirche ist das mit dem Kulturerbesiegel ausgewiesene Gebäude bereits vor den Bauarbeiten Anlaufpunkt für Touristen gewesen. Als architektonisches Kleinod bietet die Kirche heute ein breites Spektrum an Veranstaltungen. Neben Gottesdiensten finden hier Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Theaterstücke und eine Vielzahl von Veranstaltungen statt, die von der Kirchengemeinde und dem Verein regelmässig organisiert werden. Die Sommerfeste im Dorf beginnen beispielsweise jeweils mit einem Gottesdienst in der Kirche, es gibt eine Pflanzenbörse, die im Rahmen der Reihe „Offene Gärten im Oderbruch“ nahe der Sietzinger Kirche stattfindet. Seit mehreren Jahren findet am Abend des Gründonnerstags ein Kreuzweg statt, an dem sich sieben Kirchengemeinden der Region beteiligen und bei dem in jeder Kirche eine kurze Andacht stattfindet. Seit 2022 findet nun auch die “Pfaffentour” statt, eine geführte Fahrradexkursion, bei der die Geschichte des Oderbruchs, seine Landschaft und drei besondere Kulturerbeorte erlebbar werden. Neben Führungen durch die Denkmäler werden heimische Kräuter am Wegesrand gesammelt und Tiere beobachtet. Zum Abschluß der Tour gibt es ein besonderes regionales Festmahl mit musikalischer Umrahmung.

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